Seit Jahren kritisieren die Gewerkschaften und Sozialverbände die Sparpolitik im öffentlichen Dienst. Eine im Jahr 2020 veröffentlichte Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die „BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018“, bei der 17.000 abhängig Beschäftigte in Deutschland befragt wurden, zeigt auf, dass ein Großteil der im öffentlichen Dienst beschäftigten Personen unter den Folgen des aus den Sparmaßnahmen resultierenden Personalmangels, der Arbeitsverdichtung und des Stresses leiden:
- So hatten 19 % der Beschäftigten im öffentlichen Dienst angeben, dass sie ständig an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten.
- 75 % der Beschäftigten im öffentlichen Dienst empfanden den starken Termin- und Leistungsdruck als psychische Belastung.
- Zudem berichteten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst häufiger als Beschäftigte in anderen Branchen von allgemeiner Müdigkeit, Mattigkeit oder Erschöpfung (52 %), von nächtlichen Schlafstörungen (34 %) oder Kopfschmerzen (39 %).
Schon seit vielen Jahren ist aus den Jahresberichten der Krankenkassen ein kontinuierlicher Anstieg der Fallzahlen der an Burnout und Depressionen Erkrankten zu ersehen. Es ist zu vermuten, dass die Auswirkungen der durch die Corona-Pandemie geänderten Arbeitswelt mit Homeoffice-Pflicht (teilweise bei gleichzeitiger Kinderbetreuung oder Begleitung des Homeschoolings), Zunahme der Taktung von Videokonferenzen und fehlenden sozialen Kontakten diese Entwicklung noch begünstigen werden. Entsprechend titelte die Hannoversche Allgemeine Zeitung im Dezember 2021: „Pandemie erhöht Arbeitsbelastung in Verwaltung“.
Hilfreiche Hinweise zum Umgang mit einer andauernden Arbeitsbelastung geben wir in Teil II des Beitrags, der in Kürze folgen wird.
