In Ländern wie bspw. den USA gehört das Fehlermachen schon fast zum guten Ton (so sind der Apple-Gründer Steve Jobs aber auch Mobilitätspionier Henry Ford Beispiele für erfolgreiche Personen, die gleichzeitig auch Misserfolge verkraften mussten, weil sSie Projekte buchstäblich in den Sand gesetzt haben).
In Deutschland dagegen herrscht eine zwiespältige Beziehung zu Fehlern. Fehler, so viel ist klar, werden in der deutschen Wirtschaft tunlichst vermieden. Auch eingestanden wer-den sie höchst widerwillig. Fehler sind ohne Zweifel unbeliebt, denn sie kosten Zeit, Geld, Ressourcen – und Nerven.
Aber: "Perfektion und Innovation schließen sich aus", sagt Andreas Gebhardt, Experte für Fehlerkultur.
Bei einer Studie der Leuphana Universität Lüneburg landete Deutschland in puncto posi-tive Fehlerkultur auf dem 60. Platz – lediglich Singapur, ein Land, das noch an öffentlicher Züchtigung festhält, schnitt schlechter ab.
Was bedeutet Fehlerkultur?
„Fehlerkultur ist ein theoretisches Konzept aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaf-ten. Es beschreibt, wie Gesellschaften, Gruppen oder Organisationen mit Fehlern, Fehler-risiken und den Konsequenzen von Fehlentscheidungen umgehen – und ist damit für Un-ternehmen ein hoch relevantes Thema. Denn die Fehlerkultur ist eng mit der Unterneh-menskultur verflochten.“
Die Etablierung einer positiven Fehlerkultur ist eine Führungsaufgabe. Ohne die Unter-stützung der Leitungsebene kann sich Unternehmenskultur nicht tiefgreifend wandeln.
Dabei gilt:
1) Fehlerkultur ermöglichen und vorleben
Vertrauen ist der richtige Nährboden für eine Kultur, in der Mitarbeiterinnen sich auf Chancen statt auf Risiken konzentrieren. Und: auch Führungskräfte müssen bereit sein, eigene Fehler einzugestehen.
2) Über Fehler sprechen und daraus lernen Fehler dürfen kein Tabu sein. “In einer gesunden Fehlerkultur spricht man offen über Fehler. Nur so kann man sie zeitig beheben und daraus lernen”, sagt Andreas Gebhardt. Anschließend können sich Mitarbeiterinnen und Führungskräfte zusammensetzen und planen, wie man Fehler künftig vermeiden kann.
3) Neues Mindset etablieren
Die Unternehmenskultur zu verändern, braucht Zeit. Und diese Arbeit ist kontinuierlich weiterzuverfolgen.
Quelle: u.a. https://www.personio.de/hr-lexikon/so-verankern-sie-eine-positive-fehlerkultur/